Vereinsamung im Homeoffice – Emine Yilmaz

Experteninterview: Emine Yilmaz, Managing Director bei Robert Half

Im Gespräch mit Emine Yilmaz geht es um die Vereinsamung im Homeoffice und wie man der Vereinsamung entgegenwirken kann.

JustHomeoffice: Beobachten Sie, dass Vereinsamung im Homeoffice immer mehr zum Thema wird?

Emine Yilmaz: Neben vielen positiven Aspekten beim Arbeiten im Homeoffice ist die Vereinsamung aber ein großes Thema, mit dem viele Arbeitnehmer nach über einem Jahr Pandemie zu kämpfen haben. Denn die dadurch bedingte soziale Isolation kann zu einer echten psychischen Belastung werden und wir Menschen sind nun einmal von Natur aus soziale Wesen. Dementsprechend froh sind viele Arbeitnehmer, langsam wieder, zumindest teilweise, ins Büro zurückkehren zu können. Der direkte Kontakt zu Kollegen sorgt dafür, dass das Gefühl des Alleinseins wieder abnimmt. Gleichzeitig versuchen Unternehmen mit Aktivitäten und Angeboten, der Gefahr der Vereinsamung entgegenzuwirken.

Wen betrifft Vereinsamung im Homeoffice am ehesten?

Gerade wer allein lebt, spürt oft besonders deutlich, dass zwischenmenschliche Interaktionen fehlen. Darüber hinaus ist es auch stark abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit – manche kommen allein besser zurecht, während andere den sozialen Kontakt deutlich stärker brauchen. Deshalb ist es besonders wichtig, aktiv gegen den Home-Office-Blues anzukämpfen. Der spontane private Austausch kann statt in der Teeküche auch im Home-Office am Ende eines Calls oder im Chat stattfinden. Auch das gemeinsame Mittagessen ist weiterhin – wenn auch virtuell – mit den Kollegen möglich. Für viele ersetzt das trotzdem nicht den realen Kontakt. Und weil gerade in Zeiten von Home-Office die Work-Life-Balance besonders wichtig ist, helfen vor allem Feierabendaktivitäten – sofern möglich auch außer Haus und persönlich.

Wie können Unternehmen der Vereinsamung ihrer Angestellten im Homeoffice entgegenwirken?

Führungskräfte sind in Sachen Teamzusammenhalt derzeit besonders gefordert, sich auf die neue Situation einzustellen und dafür zu sorgen, dass niemand im Home-Office vereinsamt. Mit der Zeit haben sich verschiedene Methoden etabliert, um dem entgegenzuwirken. Regelmäßige virtuelle Teammeetings per Videokonferenz bilden dabei die Basis. Richtig gute Chefs planen dabei sogar bewusst auch Zeit für den privaten Austausch mit ein, beispielsweise am Ende des Termins. Oder sie organisieren zusätzliche Calls, bei denen berufliche Themen außen vor bleiben und es in erster Linie darum geht, Spaß mit dem Team zu haben. Auch virtuelle Lunchtermine oder ein After-Work-Drink sind eine gute Möglichkeit, um der Vereinsamung vorzubeugen.

Emine Yilmaz

Managing Director

Managing Director / Vice President Permanent Talent bei Robert Half
www.roberthalf.de

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