Homeoffice im Mehrpersonenhaushalt – So funktioniert es

Mehrpersonenhaushalt und Homeoffice in einem

Vor allem als das Homeoffice erstmals, während des ersten Lockdowns im Zuge der Corona Pandemie, in die eigenen vier Wände der Arbeitnehmer*innen verlegt wurde, standen vor allem Eltern vor der Herausforderung ihren Familien- und Berufsalltag miteinander zu vereinen. Die Vereinbarkeit von beidem ist möglich, gestaltet sich teilweise aber immer noch für einige als schwierig. Um die Organisation zwischen Familie und Beruf zu erleichtern, stellen wir in diesem Zusammenhang hilfreiche Tipps und Tricks vor.

Tipps und Tricks für das Homeoffice im Mehrpersonenhaushalt

  • Die Wahl des geeigneten Raumes
  • Ein solidarischer Umgang innerhalb des Mehrpersonenhaushaltes
  • Schichtsystem zwischen den Elternteilen
  • Koexistenz als Partner*in und Kolleg*in
  • Ein guter Austausch innerhalb der Familie
  • Eine klare Alltagsroutine
  • Selbstständigkeit der Kinder ab einem gewissen Alter
  • Gute Kommunikation zwischen Arbeitnehmer*in und Arbeitgeber*in
Homeoffice Mehrpersonenhaushalt
Quelle: Unsplash

Der geeignete Raum für die Arbeit im Homeoffice

Für eine gute Konzentration und somit effizientes Arbeiten im Homeoffice und damit auch ein hohes Maß an Produktivität ist es wichtig den richtigen Arbeitsplatz zu wählen. Gerade in einem Mehrpersonenhaushalt ist es wichtig für Beschäftigte, einen Arbeitsplatz fernab von dem ganzen Alltagstrubel zu wählen. Am besten eignet sich also ein fern ab gelegener Raum für die konzentrierte Arbeit im Homeoffice. Von Vorteil kann es außerdem sein, wenn der Arbeitsraum abgeschlossen werden kann. Dies kann gerade in Wohngemeinschaften ein konzentriertes Arbeiten gewährleisten, da nicht ständig jemand hineinkommt. Bei der zusätzlichen Kinderbetreuung durch die Arbeitnehmer*innen ist diese Möglichkeit allerdings nur bedingt im Bereich des Möglichen, gerade wenn es sich um jüngere Kinder handelt. Es ist also nicht ratsam, den Arbeitsraum abzuschließen und darin zu arbeiten, während man allein mit kleineren Kindern ist.

Ein solidarischer Umgang im Mehrpersonenhaushalt

Gerade im Homeoffice und dann noch im Mehrpersonenhaushalt ist ein solidarischer Umgang zwischen allen Bewohnern nötig. Als Grundlage dafür dient das Verständnis auf Seiten der nicht im Homeoffice arbeitenden Personen. Diese sollten Verständnis dafür aufbringen, dass die beschäftigte Person während der Arbeitszeiten konzentriert und in Ruhe arbeiten muss. Bei kleineren Kindern kann es helfen, wenn der betroffene Elternteil ein klärendes Gespräch mit den Kindern führt und ihnen die Wichtigkeit der konzentrierten Arbeit erklärt.

Außerdem kann es hilfreich sein, gerade wenn es sich auch um einen Mehrgenerationenhaushalt handelt, wenn Großeltern bei der Kinderbetreuung unterstützen. So kann der*die Arbeitnehmer*in konzentriert ohne die Kinder arbeiten und das Verhältnis zwischen Großeltern und Enkelkindern kann gleichzeitig verbessert werden. Schwierig kann es allerdings werden, wenn es an die Aufgabenbetreuung für die Schule geht. Großeltern können in diesem Zusammenhang meistens nicht helfen. Entweder muss hier also eine außenstehende Person helfen, was meistens mit zusätzlichen Kosten verbunden ist, oder die beiden Elternteilen müssen sich abwechseln und die Betreuung übernehmen.

Schichtorganisation der Eltern bei der Kinderbetreuung

Wie schon genannt, kann eine gute Organisation zwischen den beiden Elternteilen den Alltag mit Kindern im Homeoffice enorm erleichtern. Eltern können sich bei der Kinderbetreuung von kleineren Kindern abwechseln. Beispielsweise wäre ein Schichtplan denkbar. Ähnliches kann auch mit dem Fahrdienst für die Kinder oder der Hausaufgabenhilfe geschehen. Gerade, wenn beide Elternteile im Homeoffice tätig sind, können diese sich wunderbar schichtweise bei der Kinderbetreuung abwechseln. So können beide Elternteile Zeit mit der Familie verbringen und gleichzeitig die ihnen aufgetragenen Aufgaben im Homeoffice erledigen.

Den*die Partner*in als Kolleg*in betrachten

Natürlich kommt es auch häufiger vor, dass in einer Beziehung beide Partner im Homeoffice arbeiten. Das kann dann zu einer Herausforderung werden, wenn es kein separates Arbeitszimmer gibt. In einem gemeinsamen Homeoffice ist es wichtig klare Grenzen zu setzen. Eine gute Möglichkeit ist es hier den*die Partnerin während der Arbeitszeit als Co-Worker*in zu betrachten. Die Betrachtung als Kollege*in kann dabei helfen auch im Kopf eine Begrenzung zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen. Dadurch bleibt die Arbeitszeit auch das was sie bleiben soll: Arbeitszeit. Zeit für Zweisamkeit ist genug nach der Arbeit.

Regelmäßige Kommunikation innerhalb der Familie

Um eine gute Atmosphäre innerhalb der Familie während der Arbeit im Homeoffice zu gewährleisten ist regelmäßige Kommunikation zwischen allen Familienmitgliedern wichtig. Dies liegt daran, dass bei diesen Gesprächen die einzelnen Parteien ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge für die Situation im Homeoffice äußern können. Haben die Eltern beispielsweise das Empfinden, dass ihre Kinder oder die Großeltern nicht genug Verständnis für ihre Situation aufbringen, können sie dieses Gefühl bei einem dieser Gespräche ansprechen. Gleiches gilt natürlich auch für die Kinder oder Großeltern, wenn diese mit der Situation in einigen Punkten unzufrieden sind. Im Homeoffice ist es nämlich besonders wichtig, dass ein gutes Arbeitsklima für die Arbeitenden geschaffen wird und daran trägt die Vereinbarkeit mit der Familie einen großen Teil bei. Deswegen ist es wichtig auf alle Bedürfnisse bestmöglich einzugehen und einen geeigneten Kompromiss innerhalb der Familie zu finden, um Stress für die Beschäftigten zu vermeiden, damit diese effizient und produktiv arbeiten können.

Eine klare Alltagsroutine

Generell ist es für die Arbeit im Homeoffice ratsam eine klare Arbeitsstruktur zu haben. Ganz wichtig ist die Struktur vorallem dann, wenn er mit dem Familienleben zu vereinbaren ist. Eine feste Routine für die ganze Familie strukturiert nicht nur den Alltag, sondern hilft auch dabei Stress zu vermeiden. Außerdem wissen so auch die Kinder, wann genau ihre Eltern Pause haben und sie somit gemeinsam Zeit verbringen können. Wichtig hierbei ist allerdings nur, dass die betreffenden Parteien sich an diese Absprachen heißen. In der Praxis heißt dies für die Kinder, dass diese, ihre Eltern nicht außerhalb der Pausenzeiten stören. Für die Eltern heißt dies wiederum aber auch, dass diese ihre Arbeitsphasen intensiv und effizient nutzen. Dadurch könne die Pausen auch erholsam im Kreise ihrer Liebsten verbracht werden, damit diese sich nicht vernachlässigt fühlen.

Quelle: Unsplash

Selbstständigkeit der Kinder ab einem gewissen Alter

Damit es für die Arbeitnehmer*innen mit Kindern einfacher wird ihren Familien- und den Berufsalltag miteinander zu vereinen, müssen die Eltern ihren Kindern ab einem gewissen Alter Selbstständigkeit beibringen. Dies erleichtert den Familienalltag enorm, indem Eltern im Homeoffice nicht ständig nach ihren Kindern sehen müssen. Außerdem kann so eine gute Balance für die Haushaltsaufgaben geschaffen werden, indem Eltern und Kinder sich diese teilen. Ab einem gewissen Alter können Kinder beispielsweise kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen, wie das Abwaschen, und ihren Eltern somit ein bisschen Zeit ersparen. Diese Zeitersparnis kann dann später beispielsweise nach der getanen Arbeit im Homeoffice genutzt werden.

Gute Kommunikation zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in

Um Stress auf Seiten der beschäftigten Personen mit Familie im Homeoffice zu verringern, ist eine gute Kommunikation zwischen Arbeitgeber*in und Arbeitnehmer*in wichtig. Für diese Kommunikation stellen Verständnis und Pflichtgefühl die Basis dar. Das Verständnis sollte auf Seiten der Arbeitgeber*innen für die Situation der Arbeitskräfte mit Familie aufgebracht werden. Trotzdem sollten die Eltern ein gewisses Maß an Pflichtgefühl und Selbstdisziplin mitbringen, um die Aufgaben effizient zu bearbeiten. Diese Selbstdisziplin ist gerade im Homeoffice von Nöten, da das Ablenkungsrisiko dort besonders hoch ist. Vor allem wenn noch Kinder involviert sind und diese sich gegebenenfalls aufgrund der aktuellen Pandemie im Homeoffice befinden.

Fazit

Die Verbindung von Berufs- und Familienalltag ist möglich, kann sich für einige Beschäftigte jedoch als Herausforderung entpuppen. Trotzdem bietet das Homeoffice aber auch Chancen im Hinblick auf eine bessere Organisation des Familienalltages. Als Basis dafür dienen ganz  klar ein solidarischer Umgang innerhalb des Mehrpersonen-Haushalts, eine gute Kommunikation zwischen Arbeitnehmer*in und Arbeitgeber*in und eine gewisse Selbstständig der Kinder, wenn diese ein gewisses Alter erreicht haben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar