Gesundheit im Homeoffice – Dr. Andreas Hollstein

Experteninterview: Dr. Andreas Hollstein

In unserem Experteninterview mit Herrn Dr. Hollstein behandeln wir das Thema Gesundheit im Homeoffice. Dabei beleuchten wir insbesondere die Aspekte der möglichen Gesundheitsrisiken, wie man diesen Risiken vorbeugt und welche verpflichtungen Arbeitgeber*innen haben.

JustHomeoffice: Herr Dr. Hollstein, was sind die größten Gesundheitsrisiken bei der Büroarbeit im Homeoffice?

Dr. Andreas Hollstein: Neben einer schlechten Körperhaltung, unzureichender Beleuchtung, falscher Möblierung und anderen Gefahren, die für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer genauso im Büro der Firma gelten, gibt es spezielle Gefahren im Homeoffice. Viele Menschen, die hybrid oder ganz im Homeoffice arbeiten, beklagen die fehlende Struktur in ihrer Tätigkeit. Selbstorganisation z.B. bei der Einhaltung von Pausen und der Trennung von Dingen im privaten Bereich bringen erhöhte Anforderungen mit sich. Viele Arbeitnehmer(innen) arbeiten zu Hause weit mehr als die vereinbarte Arbeitszeit oder verzichten auf die (notwendigen) Pausen.

Vielfach leidet bei mangelhafter Selbstorganisation zudem die Konzentration unter dem häufigen Einbruch von privaten Dingen und damit fast zwangsläufig auch die Effektivität. Noch bedeutsamer ist jedoch die Isolation des Arbeitsplatzes, der anders als im Büro aktiv entgegengewirkt werden muss. Wie komme ich an informelle Informationen, die es im Büroalltag beim gemeinsamen Mittagessen oder der Kaffeepause gab? Und wie gestalte ich meinen Austausch mit der/dem Vorgesetzten? Alle diese Herausforderungen sind lösbar, können aber im Einzelfall zu starken psychischen Belastungen führen.

Wie kann die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen im Homeoffice gestärkt werden?

Unternehmen, wie auch Arbeitnehmer(innen) sollten und können gemeinsam zur Stärkung der Gesundheit im Homeoffice beitragen. Auf Seiten des Unternehmens gehört dazu die gute Vorbereitung der Mitarbeiter(innen) auf das Homeoffice. Hier muss aufgeklärt werden, wie wichtig die Selbstorganisation hinsichtlich regelmäßiger Pausen und der Einhaltung der maximalen täglichen Arbeitszeit ist. Weitere Punkte, die besprochen werden sollten, sind das Vorhandensein eines ergonomisch und lichttechnisch ansprechenden Arbeitsplatzes im häuslichen Umfeld. Entscheidende Bedeutung hat die Organisation von sozialen Kontakten zwischen den Beschäftigten. Regelmäßigen Videobesprechungen mit dem/der Vorgesetzten und den Kolleginnen und Kollegen verhindern das Gefühl der Isolation am häuslichen Arbeitsplatz und halten das Teamgefühl aufrecht. Die Einrichtung von informellen Treffen zu virtuellen Kaffee- oder Mittagspausen kann darüber hinaus dazu beitragen, den Informationsfluss auch außerhalb der Arbeitsaufgaben zu optimieren.

Bei hybriden Arbeitsstrukturen können Präsenztage im Unternehmen gezielt für die Begegnung und den Austausch genutzt werden. Generell sollte eine Stelle im Unternehmen als Kontakt für die Beschäftigten fungieren, die bei Problemen und Fragen zum Homeoffice zur Verfügung steht.

Welche Verpflichtungen haben die Arbeitgeber*innen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter*innen im Homeoffice zu gewährleisten?

Wichtig ist zunächst, dass das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) auch im Homeoffice gilt. Höchstarbeitszeiten, Pausenregelungen und das Verbot von Sonn- und Feiertagsarbeit sind zu beachten. Seit Mai 2021 haben die Betriebsräte zudem ein Mitbestimmungsrecht bei der Ausgestaltung der mobilen Arbeit (§ 87 Abs. 1 Nr. 14 BetrVG). Sie wirken so bei den Rahmenbedingungen des Homeoffice mit. Schließlich muss das Unternehmen für die Einhaltung des Arbeitsschutzes sorgen. Wie im Betrieb gehören dazu auch Unterweisungen, die Arbeitsmedizinische Vorsorge und die Erfragung der häuslichen Umstände dazu. Dazu gehört auch eine Gefährdungsbeurteilung und die damit verbundene Ableitung von Schutzmaßnahmen. Hier haben viele Unternehmen angesichts der Anforderungen der Coronapandemie zunächst nur teilweise und vor allem analog reagiert.

Wir, die DAS Deutsche Arbeitsschutz GmbH in Herne können bereits heute digitale Lösungen für Unternehmen bereitstellen, die die Gefährdungsbeurteilung im Homeoffice rechtssicher, einfach und kostengünstig sicherstellen. Das Unternehmen wird durch Auftragserteilung enthaftet. Die Beschäftigten beantworten im Homeoffice Fragen und können geschult werden. Der Algorithmus unterbreitet dem Unternehmen individuelle Vorschläge als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Die Prozesse werden im digitalen System rechtssicher dokumentiert und verwaltet. Zudem gibt die Lösung dem Unternehmen, in diesem Bereich völlig anonymisiert, die Möglichkeit, die psychische Gefährdung der Belegschaft im Homeoffice zu beurteilen und so durch geeignete und generelle Präventionsmaßnahmen auf die Gefährdung zu reagieren.

Dr. Andreas Hollstein

Deutsche Arbeitsschutz Gesellschaft

Geschäftsführer
Experte für Politik und Ehrenämter
www.deutschearbeitsschutz.de

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