Geltendmachung von Kosten im Homeoffice

Experteninterview: Frau Christina Georgiadis teilt mit uns, welche Möglichkeiten Arbeitnehmer*innen bezüglich der Geltendmachung von Kosten im Homeoffice haben.

Christina Georgiadis ist seit 2014 die Pressesprecherin der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH), dem größten Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands. Die VLH wurde im Jahr 1972 gegründet und stellt die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater.

JustHomeoffice: Frau Georgiadis, welche Kosten können Arbeitnehmer*innen im Homeoffice geltend machen und was sollten die Arbeitnehmer*innen in diesem Zusammenhang beachten?

Christina Georgiadis: Die Homeoffice-Pauschale ist – wie der Name schon sagt -, ein pauschaler Betrag. Genau gesagt können Arbeitnehmer, die in den heimischen vier Wänden am Esstisch oder in der Arbeitsecke arbeiten, maximal 600 Euro im Jahr steuerlich geltend machen. Pro Arbeitstag im Homeoffice darf ein Arbeitnehmer eine Pauschale von fünf Euro von der Steuer absetzen, allerdings höchstens 600 Euro im Jahr. Das entspricht 120 Tagen Homeoffice. Wer mehr Tage von zu Hause gearbeitet hat, darf allerdings auch nur 600 Euro absetzen. Etliche Angestellte werden von der Pauschale aber gar nicht profitieren, denn sie fällt unter die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro. Und die steht jedem Arbeitnehmer schon immer zu.

Was genau wird unter der Homeoffice-Pauschale verstanden? Oder die vielleicht interessantere Frage: Für wen lohnt sich die Homeoffice-Pauschale?

Die Homeoffice-Pauschale lohnt sich für alle Arbeitnehmer, die mit ihren gesamten Werbungskosten die Grenze von 1.000 Euro überschreiten, weil noch weitere Werbungskosten hinzukommen – beispielsweise für so etwas wie eine Weiterbildung oder – und das ist in der Regel der größte Posten – die Fahrtkosten. Je länger der Arbeitsweg eines Arbeitnehmers ist, umso mehr steigen die Chancen. Hat ein Arbeitnehmer im Jahr Werbungskosten von beispielsweise 1.200 Euro und war mindestens 120 Tage im Homeoffice aktiv, darf er bei seiner Steuererklärung 1.800 Euro als Werbungskosten angeben.

Vielleicht denkt der ein oder andere, die Homeoffice-Pauschale lohnt sich für ihn nicht. Gibt es hier etwas zu beachten?

Ja, nämlich dass man grundsätzlich sagen kann: Je länger der Arbeitsweg eines Arbeitnehmers ist, umso mehr steigen die Chancen, dass er – trotz Homeoffice – über die 1.000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag kommt. Deshalb sollte jeder, der an seiner Steuererklärung sitzt, seine Pendlerpauschale genau nachrechnen und mit der Homeoffice Pauschale von fünf Euro pro Tag summieren.


Christina Georgiadis

Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH)


Pressesprecherin
Expertin für Steuerliche Fragen
www.vlh.de

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